Grundlagen zu Balkonkraftwerken

Was ist eine Mini-Solaranlage und woraus besteht sie?

Eine Mini-Solaranlage oder ein Balkonkraftwerk ist eine kleine und leicht zu installierende PV-Anlage, die einfach am Balkon, auf dem Dach oder auch auf dem Boden montiert werden kann und Strom für dein Hausnetz produziert. Die Photovoltaikanlage besteht aus einem oder zwei PV-Modulen, einem Wechselrichter, einer Halterung und einem Stecker (Schuko oder Wieland). Die PV-Module haben verschiedene Leistungen, welche in Watt gemessen werden. Angaben über die Wattzahl beziehen sich immer auf Messungen unter optimalen Bedingungen. Eine PV-Anlage mit 370W bringt also nur unter perfekten Bedingungen eine Leistung von 370 Watt. Es ist demnach durchaus sinnvoll, eine etwas höhere Wattzahl zu wählen und Module zu kombinieren, damit die Solaranlage auch bei schlechteren Bedingungen eine gute Leistung erbringt und somit eine größere Menge an Strom produzieren kann. In der EU gilt eine Solaranlage als Mini-Solaranlage, wenn maximal eine Leistung von 800W in das Hausnetz eingespeist wird. Entscheidend ist hier nicht die Leistung der PV-Module, sondern vor allem des Wechselrichters, da dieser darüber entscheidet, wie viel Strom umgewandelt und in das Hausstromnetz eingespeist werden kann.

Was ist ein Wechselrichter?

Der Wechselrichter wird an ein oder an mehrere PV-Module angeschlossen und dient dazu, den erzeugten Solarstrom (Gleichstrom) in sogenannten Wechselstrom umzuwandeln, damit dieser einfach in das Hausnetz eingespeist werden kann. Wechselrichter haben ähnlich wie Solarmodule unterschiedliche Wattleistungen. Ein Wechselrichter mit beispielsweise 600W kann demnach maximal 600 Watt in das Hausnetz einspeisen. Die Wattanzahl des Wechselrichters muss nicht der Wattanzahl angeschlossener PV-Module entsprechen. Der Wechselrichter kann beispielsweise für den Fall, dass in Zukunft mehrere PV-Module angeschlossen werden sollen auch größer gewählt werden. Alternativ kann der Wechselrichter jedoch auch gezielt kleiner gewählt werden, da die PV-Module im Schnitt weniger Leistung erbringen, als ausgeschrieben. Es kann also nur so viel Energie eingespeist werden, wie der Wechselrichter umwandeln kann.

Was ist ein Schukostecker?

Ein Schukostecker dient dazu, die Mini-Solaranlage an das Hausstromnetz anzuschließen. Mit dem Schukostecker ist es ganz einfach möglich, den durch den Wechselrichter umgewandelten Strom in das Hausnetz einzuspeisen. Der Schukostecker wird an den Wechselrichter angeschlossen und in eine normale Haushaltssteckdose gesteckt. So wird ganz einfach Solarstrom in das Hausnetz eingespeist und alle elektrischen Haushaltsgeräte bedienen sich automatisch zuerst an dem selbst produzierten Strom. Erst wenn der produzierte Strom nicht ausreicht, wird Strom über das öffentliche Netz hinzugeschaltet. Sobald der Schukostecker aus der Steckdose entnommen wird, schaltet sich die PV-Anlage innerhalb von 200ms spannungsfrei. Es besteht dann nicht mehr die Gefahr für einen Stromschlag.

Wie viele Module benötige ich und wo fließt überflüssiger Strom hin?

Grundsätzlich hängt die Anzahl benötigter PV-Module natürlich von deinem individuellen Stromverbrauch ab. Bei einem Haushalt mit 1-2 Personen reicht in der Regel ein Solarmodul aus. Möchtest du jedoch einen größeren Anteil deines Stromverbraucht über Solarstrom abdecken, hast mehr als 2 Personen in deinem Haushalt oder einen hohen Stromverbrauch, empfehlen wir die Anwendung von 2 Solarmodulen. Als grober Richtwert gilt: Ein 370W PV-Modul produziert pro Jahr 370 Kilowattstunden (kWh) Strom. Der produzierte Strom fließt zunächst in dein Hausnetz und wird automatisch von deinen Haushaltsgeräten über die Steckdose verbraucht. Sollte zu viel Solarstrom produziert werden, fließt der überflüssige und nicht verbrauchte Strom in das öffentliche Stromnetz und kann von anderen Haushalten genutzt werden. Dieser überproduzierte Strom kann bei einer Mini-Solaranlage nicht verkauft werden.

Wie kann ich die Energie, die meine PV-Anlage produziert messen?

Du kannst die Menge an produziertem Strom mit einem Strommessgerät genau messen. Dafür musst du das Messgerät einfach zwischen Steckdose und Solaranlage installieren und du erhältst eine genaue Angabe über den produzierten Solarstrom.

Schadet Regen, Hitze oder Frost der Solaranlage und wird auch im Winter Energie produziert?

PV-Module sind für Temperaturen von -40 bis +85°C ausgelegt. Regen, Hitze oder Frost schaden der Solaranlage in der Regel also nicht. Die PV-Anlage produziert ganzjährig also sowohl im Sommer als auch im Winter Strom. Jedoch variiert die Menge an produziertem Solarstrom je nach Stärke der Sonneneinstrahlung und ist somit im Winter geringer als im Sommer.

Wie teuer ist ein Balkonkraftwerk und welche laufende Kosten habe ich?

Die Kosten für dein Balkonkraftwerk Komplettset variieren natürlich je nach Größe und Leistung. Ein kleines Set mit einem Solarmodul beginnt inklusive Montagematerial und Halterung bei rund 1.000 Euro. Der große Vorteil der Mini Solaranlagen: Danach fallen keine Kosten mehr für dich an. Hat sich dein Balkonkraftwerk also einmal amortisiert, sparst du jährlich Geld ein.

Wie lange dauert es, bis sich mein Balkonkraftwerk amortisiert hat?

Generell rentiert sich ein Balkonkraftwerk nach 6 bis 8 Jahren, ausgehend von gleich bleibenden Strompreisen. In den letzten Jahren sind die Strompreise aber von Jahr zu Jahr gestiegen ist, sodass es nicht unrealistisch ist, dass sich ein Balkonkraftwerk schon früher selbst "abbezahlt". Weil keine laufenden Kosten anfallen und die Solarmodule eine Leistungsgarantie von 25 Jahren aufweisen, rentiert sich ein Balkonkraftkraft langfristig also allemal.

Kann ich mein Balkonkraftwerk bei einem Umzug mitnehmen?

Du kannst dein eigenes Balkonkraftwerk natürlich abbauen und in deiner neuen Wohnung wieder aufbauen, sofern die Gegenheibeiten, wie ein geeigneter Standort für das Solarmodul, passen.

Was passiert, wenn ich mehr Strom produziere, als ich verbrauche?

Wenn deine Solaranlage gerade mehr Strom produziert, als dein Haushalt aufbraucht, fließt der Strom ins öffentliche Netz. Dafür erhältst du keine Vergütung, erzielst aber durch die Produktion von Ökostrom nachhaltige Vorteile. Dadurch, dass Haushaltsgeräte, wie der Kühlschrank, dauerhaft Strom benötigen, wirst du mit Sicherheit auch den Großteil deines produzierten Stroms verbrauchen.

Wie kann ich sicherstellen, dass vorrangig mein Solarstrom aufgebraucht wird und damit meine Haushaltsgeräte versorgt werden?

Strom nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands. Der Netzbetreiber hat lange Leitungen und liegt somit natürlich weiter entfernt von deinem Haus, als deine eigene Anlage. Dadurch werden deine Haushaltsgeräte automatisch zuerst auf den Strom zurückgreifen, den deine Mini Solaranlage produziert. Erst wenn dieser Strom nicht ausreicht, greift dein Haushalt auf den "entfernteren" Strom des öffentlichen Netzes zurück.

Wie viele Jahre kann ich mein Balkonkraftwerk nutzen?

Solarmodule liefern dir eine Leistungsgarantie von 25 Jahren und selbst darüber hinaus kannst du sie weiter nutzen, allerdings nimmt die Leistung mit der Zeit leicht ab.

Installation von Balkonkraftwerken

Kann ich eine Mini-Solaranlage selbst installieren?

Mini-PV-Anlagen sind sehr einfach zu installieren. In der EU gilt die Regel, dass maximal 800W von einer selbst installierten Mini-PV-Anlage in das Hausnetz eingespeist werden dürfen. Unsere Komplettsets kannst du per Plug&Play System ganz einfach installieren und an einem einfachen Schuko-Stecker anschließen.

Wo kann ich eine Mini-PV-Anlage montieren?

Eine Mini-Solaranlage / Stecker-Solaranlage ist sehr flexibel anwendbar. Du kannst sie am Balkon, auf dem Flach- oder Schrägdach oder auf auch auf dem Boden installieren.

Welchen Stromzähler benötige ich für meine Mini-Solaranlage?

Seit dem Beschluss des Solarpaket 1 muss dein Stromzähler keine Rücklaufsperre mehr haben.

Wie sollte meine Solaranlage ausgerichtet werden?

PV-Anlagen sollten für eine optimale Leistung nach Süden ausgerichtet sein und sich in einem Winkel von rund 30° Dachneigung befinden. Auch bei indirekter Sonneneinstrahlung, einer Ausrichtung nach Westen oder Osten wird durch die PV-Module Sonnenenergie produziert, jedoch ist die Menge an produziertem Strom geringer, als bei direkter Sonneneinstrahlung.

Kann ich mein Balkonkraftwerk auch installieren, wenn ich zur Miete wohne?

Finden sich im Mietvertrag keine klaren Regelungen zur Zustimmung des Vermieters bei einer Anbringung von PV-Modulen oder anderen Gegenständen am Balkon, ist eine Installation in der Regel unproblematisch. Dennoch raten wir stets dazu, den Vermieter über das Balkonkraftwerk zu informieren.

Hält mein Balkon die Last eines Balkonkraftwerks aus?

Balkone müssen grundsätzlich diverse Sicherheitsanforderungen erfüllen. Personen müssen sich am Geländer anlehnen können und Blumenkästen müssen problemlos angebracht werden können. Die Last durch eine Mini-Solaranlage ist für den Balkon also kein Problem, da dieser für diverse Zusatzlasten konzipiert ist. 

Schadet Regen, Hitze oder Frost der Solaranlage und wird auch im Winter Energie produziert?

PV-Module sind für Temperaturen von -40 bis +85°C ausgelegt. Regen, Hitze oder Frost schaden der Solaranlage in der Regel also nicht. Die PV-Anlage produziert ganzjährig also sowohl im Sommer als auch im Winter Strom. Jedoch variiert die Menge an produziertem Solarstrom je nach Stärke der Sonneneinstrahlung und ist somit im Winter geringer als im Sommer.

Fragen zur Anmeldung von Balkonkraftwerken

Muss ich meine Mini-Solaranlage anmelden?

Offiziell müssen Mini-Solaranlagen in Deutschland angemeldet werden. Bei einer Anlagengröße von maximal 800W muss keine Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber vorgenommen werden. Das Balkonkraftwerk muss aber im Marktstammdatenregister eingetragen sein. Das funktioniert ganz easy online. Bei einer größeren Anlage (mehr als zwei Module oder über 800W) muss offiziell ein Elektriker beauftragt werden, der die Installation und die Anmeldung vornimmt. Entscheidend ist hierbei immer der kleinere Wert - entweder die Wattzahl aller angeschlossenen PV-Module addiert oder die Wattzahl des Wechselrichters. Eine Anlage mit einem 440W Modul und einem 800W Wechselrichter wäre somit ebenso für eine vereinfachte Anmeldung zulässig, wie eine Anlage mit zwei Modulen je 440W (insgesamt also 880W) und einem 800W Wechselrichter. Die PV-Module können somit auch eine höhere Wattzahl haben, als der Wechselrichter, da der Wechselrichter nicht mehr Strom umwandeln kann, als die beim Wechselrichter ausgeschriebene Wattangabe. 

Kann der Netzbetreiber ohne Anmeldung erkennen, dass ich eine Mini-PV-Anlage betreibe?

Wenn du deine Mini-Solaranlage nicht im Stammregister registriert und nicht beim örtlichen Netzbetreiber gemeldet hast, kann der Netzbetreiber nicht erkennen, dass du eine Mini-Solaranlage betreibst, sofern du keinen Zweirichtungszähler, sondern einen Zähler mit Rücklaufsperre verwendest. 

Was passiert, wenn ich meine Solaranlage noch nicht beim Netzbetreiber angemeldet habe?

Bisher ist deutschlandweit kein Fall bekannt, bei dem der Netzbetreiber ein Bußgeld oder andere Sanktionen verordnet hat, weil ein Balkonkraftwerk nicht angemeldet ist oder zu viel Leistung eingespeist wird.

Gibt es eine Strafe, falls ich mein Balkonkraftwerk noch nicht bei der Bundesnetzagentur angemeldet habe?

Nach § 21 (MaStRV) könnte die Bundesnetzagentur ein Bußgeld verhängen, wobei in der Praxis dazu noch kein Fall bekannt ist. Weil du durch den Betrieb eines Balkonkraftwerks auch keine EEG-Vergütung erhältst, sind die Möglichkeiten eines Bußgelds ohnehin sehr begrenzt.

Welcher Zähler ist eine Grundvoraussetzung für eine Mini Solaranlage?

Dein Zähler muss seit dem Solarpaket 1 keine Rücklaufsperre haben.

Muss mein Vermieter zustimmen, bevor ich ein Balkonkraftwerk installiere?

Du solltest definitiv die Zustimmung deines Vermieters einholen, bevor du ein Balkonkraft installierst. Nach dem Urteil (Aktenzeichen 37 C 2283/20, Amtsgericht Stuttgart) muss der Vermieter die Mini Solaranlage jedoch dulden, wenn folgendes gilt: baurechtlich zulässig, optisch nicht störend, leicht rückbaubare und fachmännische Installation. Dein Balkonkraftwerk darf keine erhöhte Brandgefahr darstellen und leicht rückbaubar sein, was bei einer korrekten Montage gegeben ist.